24.03.06
Für heute war eher schlechteres Wetter angesagt, deshalb nutzten wir den Tag zum Weiterfahren. Zunächst fuhren wir nach Sevilla, wo wir einen kleinen Stadtrundgang machten. Die Stadt ist sehr nett und sehr spanisch. Zufällig kamen wir am Stadion von Betis Sevilla vorbei und mussten da natürlich ein Foto machen. Das dieser Klub, wie auch Rapid, die Farbe grün-weiss hat, beschlossen wir, von nun an Betis Sevilla Fans zu sein, müssen uns aber informieren, ob dieser Klub unseren ethnischen Ansprüchen genüge leistet.
Danach gings ab nach Portugal, um 20 Uhr kamen wir in Lagos an.

Exkurs: die Zeit
Da wir uns momentan mehr an Stern- und Sonnenständen orientieren, als an einer Uhrzeit sollte es uns eigentlich egal sein, aber aus zivilisatorischen Gründen versuchen wir uns doch eine Uhr mit korrekter Uhrzeit zu halten.
Dies ist nicht ganz einfach, da in den drei von uns bereisten Ländern- Spanien, Marokko und Portugal- jeweils eine andere Zeit herrscht. Zuerst musste in Marokko eine Stunde zurückgestellt werden, dann in Spanien wieder eine Stunde vor. Hier in Portugal sollten wir eigentlich die Uhr wieder eine Stunde zurückstellen, doch um uns dies zu ersparen, haben wir unsere Einreise (fast) genau so gewählt, dass wir mit Umstellung zur Sommerzeit (eine Stunde vor) in Portugal ankamen. Resultat: zweimal nicht Uhrumstellen.
(Roland meint gerade, Sommerzeit sei ja sowieso völlig unnötig und will Unterschriften dagegen sammeln.)

 
25.03.06
Schnell zum Lidl und eingekauft und dann ab zum äußersten westlichen Eck der Algarve und Festlandeuropas, nach Sagres. Dort begutachteten wir die Wellen, wieder hats nicht gepasst: diesmal waren sie zu hoch- und wie, ca 3-4m. Auch der Wind ging aus der falschen Richtung, deshalb fuhren wir gleich weiter zum Praia do Amadao, an dem wir letztes Jahr über zwei Wochen gewesen waren. Auch hier gabs nichts zum surfen, dafür aber, im Gegensatz zum letzten Jahr, KEINEN Wind. Warm wars auch, also kochte Roland eine Tajine und wir saßen bis nach Einbruch der Dunkelheit im Freien. Danach war es zunächst sehr klar, sodass wir unsere Sternen-Kenntnisse erweitern konnten: Bärenhüter, Krebs und Löwen können wir jetzt sehen.

 

26.03.06
Im Gegensatz zum letzten Jahr waren wir diese Nacht auf „unserem“ Parkplatz alleine, am oberen standen nur 4-5 Wohnmobile. Wieder gabs zu viele Wellen, also ab 20km in den Norden, nach Arifana. Dort, endlich, waren zumindest Surfer im Wasser, also ging auch Roland rein und wenig später dann auch Rhino. Allerdings waren die Wellen wirklich Mörder und die Strömung dementsprechend stark. Völlig fertig verbrachten wir den restlichen Tag in der Sonne bratend, und uns wundernd, warum es ausgerechnet in Portugal immer am wärmsten und sommerlichsten ist. Dass die Temperatur im März unter 18 Grad sinken kann, ist für uns nicht mehr vorstellbar. Auch das Konzept Schnee verbinden wir nur mehr mit Bergen.


27.03.06
Schon in der Nacht wurde es plötzlich sehr dunstig und feucht, so dass selbst im Auto die Lampe einen komischen Schein hatte. Die Wellen waren wieder riesig, man hörte die ganze Nacht die Brecher an den Strand rollen. Auch in der Früh  gab es immer noch so eine hohe Luftfeuchtigkeit, dass es sich fast wie Regen anfühlte, und man das Restaurant an der gegenüberliegenden Strandseite fast nicht sehen konnte.( Dieser Dunst entstand dadurch, dass es auch in der Nacht kaum abkühlt, schon in der Früh hat es ca. 23 Grad, aber das Wasser immer noch ziemlich kalt ist- ca. 15 Grad.)
Der Strand, an dem wir gestern surfen konnten, war heute wegen der hohen Wellen „unbenützbar“- also was tun? Ins nächste Dorf fahren, und Interneten, Kaffe trinken und Öl wechseln (beim Auto).

Danach besuchten wir noch ein paar andere Strände, die waren aber leider entweder sehr besiedelt, oder nicht direkt erreichbar am Fusse einer Felswand. Am Abend sahen wir, dass der einzig vermeintlich gerade Platz am Strand von Arrifana frei war, und schliefen dort. Leider war es so schief, dass wir kaum die Augen zumachen konnten.

28.03.06
Müde nützten wir den Tag zum Surfen, es ging eigentlich ganz gut, aber im Gegenstaz zum letzten Jahr sind die Wellen und die Strömungen sehr stark. Am Abend fuhren wir wieder nach Süden, zum Praia do Amado, um im Dorf bei den „Amigos do Carrapateira“ das Champions League Spiel Benfica Lisabon gegen Barcelona anzuschauen. Dieses ist ein charmantes Kaffe mit Neonröhrenbeleuchtung und verfliesten Tischen, dafür kostet das kleine Bier 60 Cent.

29.03.06
Endlich gings am Amado zum surfen, allerdings waren die Wellen schon in Strandnähe an die 2m hoch, sprich es war sehr anstrengend. Langsam kommen immer mehr Touristen mit ihren Mietautos, ein Salzburger sprach uns ganz erstaunt an, er konnte es nicht glauben, dass man nach Portugal mit dem Auto fahren kann.
Am Abend fuhren wir wieder ins Dorf, diesmal um uns die Champions League Spiele anzuschauen, das übertragene war aber leider nur wenig spannend.

30.03.06
Wieder ein beschaulicher Tag: surfen am Amado, Brot einkaufen, Abendessen kochen, Hund suchen, Hund schimpfen etc.

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